Wiesenbärenklau


Das grüne wilde Wunder im August                                                                    

Wildpflanzen sind die Ahnen aller Kulturpflanzen. Sie begleiten uns seit Urzeiten nahezu unverändert mit ihrer außerordentlich großen Vielfalt, Fülle und Schönheit.
Sie sind in ihrer Beschaffenheit und dem Zusammenspiel von inneren Komponenten und kosmischen Einflüssen in Hinsicht auf den ganzen Menschen so weise und synergetisch angelegt, dass es, so glaube ich, kein besseres Konzept für eine ganzheitliche Ernährung gibt. Sie stellen uns Nahrung und Medizin für Körper, Seele und Geist zur Verfügung.
Ich schätze sie sehr, fühle mich Ihnen verbunden und empfinde große Dankbarkeit für ihr hier Sein.
 

Der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Die Bärenpflanze

Auch in hiesigen Breiten, bei unseren Vorfahren gab es Totemtiere. Der Wolf, der Fuchs und der Bär gehören dazu. Es wurde angenommen, dass sich die besonderen Kräfte und Fähigkeiten dieser Tiere in den Pflanzen verkörpern. Wurden die Pflanzen gegessen, nährten sie und gleichzeitig verliehen sie die charakteristischen Eigenschaften.

Wir kennen bis heute Wolfsmilch-, Fuchsschwanzgewächse und eben die Bärenpflanzen. So wie der Bär ist auch der Wiesenbärenklau groß und kräftig; er wird heute oft als „Ginseng der Europäer“ bezeichnet. Seine Blätter sehen aus wie riesige Bärenklauen. Und er soll Bärenkräfte geben.

 

Botanisches und Inhaltsstoffe

 

Der Wiesen-Bärenklau gehört zur Familie der Doldengewächse. Die mehrjährige, krautige Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch und ist vollständig mit stacheligen Härchen bedeckt. Der Stängel sieht aus wie eine hohle feingerippte Röhre und die Blätter sind lappig, gestielt und erinnern tatsächlich an Bärenklauen. Er blüht in vielstrahligen Dolden in weißgrün von Juni bis Oktober und Bienen sammeln den Nektar sehr gern.

Der Bärenklau enthält ätherische Öle und Fucomarine. Außerdem Vitamin C, Caroten, Gerbstoffe und Eisen.

Er ist verdauungsfördernd, blutdrucksenkend und es wird ihm eine aphrodisierende Wirkung nach gesagt.

 

Wichtig

Das Sammeln sollte vorsichtig angegangen werden, da der Pflanzensaft auf der Haut in Verbindung mit Sonnenlicht Entzündungen, die Wiesendermatitis hervorruft. Auch beim Schälen der Pflanzenstängel ist Vorsicht geboten und besonders empfindliche Personen sollten Handschuhe dabei tragen.

 

Persönliches und Rezepte

 

Ich habe lange den Wiesenbärenklau von weitem bewundert. Als ich das erste Mal ein winziges Stück von einem jungen Blatt kostete, war ich geschockt über den intensiven, sehr starken und scharfen Geschmack, den ich mit keiner gewohnten Note vergleichen konnte. Es dauerte dann noch mal ein Jahr, bis ich richtig Appetit hatte und die ersten Sprosse in den Salat tat. Inzwischen pflücke ich auch die Stiele und eine Besonderheit: die Doldenknospen – später die grünen Früchte.

Es können die jungen Blätter und Sprosse, später die geschälten Stiele roh gegessen werden. Auf gemähten Wiesen sprießen immer wieder junge Bärenklaublätter nach.

 

Pesto mit Bärenklau

Zutaten: Rucola, Löwenzahnblätter, Bärenklaublätter, Knoblauch (wenig), Meersalz, Diestelöl, Sonnenblumenöl

Zubereitung: Alle Blätter mit Knoblauch, Meersalz und etwas Diestelöl zerkleinern, z.B. mit dem Zauberstab und danach mit Olivenöl verrühren.

 

Bärenstarker Mozarella

Zutaten: Mozarella, Tomaten, Salz, Pfeffer, Balsamicoessig, Diestelöl und die Knospen vom Bärenklau

Zubereitung: Tomaten und Mozarella in Scheiben schneiden und auf einer Platte anrichten, mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl würzen und zum Schluss die abgezupften Knöspchen darüber verteilen.